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Wunderwerk Darm

Zentrum der Gesundheit bei Mensch und Tier

Er ist nur wenige Zentimeter dick und doch riesengroß, wird oft unterschätzt und vollbringt wahre Wunder: Der Darm. Das Wunderwerk ist zentral für die menschliche und tierische Gesundheit. Ohne Darmbakterien wäre ein gesundes Leben undenkbar.

Der Darm ist das größte innere Organ. Entfaltet misst seine Oberfläche beim Menschen 400 bis 500 Quadratmeter – das entspricht einer Größe von zwei Tennisplätzen. Wie das möglich ist? Die Darmschleimhaut ist stark gefaltet und dicht mit Zotten bestückt, die wie Millionen kleine Finger ins Darminnere ragen. Auf diese Weise wächst die Oberfläche um ein Vielfaches.

Das Prinzip lässt sich auch auf die Tierwelt übertragen. Die große Oberfläche braucht der Darm, um seine vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Dazu zählt, die Nahrung zu verdauen und Nährstoffe aufzunehmen, um den Körper mit Energie zu versorgen. Grundsätzlich haben Pflanzenfresser im Verhältnis eine größere Darmoberfläche und einen längeren Darm als Fleischfresser. Der Grund: Fleisch verdaut sich leichter als Pflanzen.

Neben seiner wichtigen Funktion als Nahrungslieferant ist der Darm auch das größte und wichtigste Organ der körpereigenen Abwehr. Entlang des Darms befinden sich 80% der Zellen des Immunsystems, die von dort die Abwehrleistungen des gesamten Körpers steuern.

Ein gesunder Darm versorgt Mensch und Tier bei einer ausgewogenen und artgerechten Ernährungsweise also mit allem, was sie benötigen.

Milliarden Bakterien kümmern sich um die Gesundheit

Eine große Zahl von Mikroorganismen besiedeln Haut und Schleimhaut des menschlichen und tierischen Organismus. Ihre Gesamtheit nennen Experten auch Mikrobiom oder Mikrobiota. Die Vielzahl der lebenden Organismen im Darm übersteigt unsere Vorstellungskraft: Wir besitzen zum Beispiel zehn bis hundert Mal mehr Bakterien als Körperzellen. Bei Tieren gehen Wissenschaftler von der dreifachen Menge aus. Im Hinblick auf den Dickdarm heißt das: Auf einer Fläche, die so groß ist wie ein Stecknadelkopf, befinden sich Millionen von Bakterien.

Die Zusammensetzung der Darmbakterien ist so individuell wie jedes Lebewesen. Sie etabliert sich bei Mensch und Tier schon während der Geburt und in der Still- bzw. Säugephase. Jüngste Erkenntnisse zeigen: Möglicherweise wird der Grundstein für die Besiedlung sogar schon im Mutterleib gelegt.

Jeder Bereich des Verdauungstraktes – vom Mund über Speiseröhre und Magen bis hin zu Dünndarm, Dickdarm und After – ist unterschiedlich stark von einer eigenen Flora besiedelt. Beim Tier ist die genaue Besiedelung und Artenvielfalt noch nicht so gut untersucht wie beim Menschen: In der menschlichen Mundhöhle leben etwa 200 Bakterienarten, im Magen trotz Magensäure immerhin bis zu 50, im Dünndarm etwa 100 und im Dickdarm bis zu 500 verschiedene Arten.

Die Darmflora von Vierbeinern unterscheidet sich je nach Tierart und ist vor allem von der Ernährungsweise und der Zusammensetzung des Futters abhängig. Je nachdem, ob ein Tier vor allem Kohlenhydrate oder Eiweiße frisst, macht sich das in der Darmflora bemerkbar.

Die Bakterien im Darm leisten Erstaunliches: Sie erziehen das Immunsystem und trainieren es ein Leben lang. Wie zahlreiche Studien zeigen, ist die Darmflora umso gesünder, je vielfältiger sie ist. Gerade in den ersten Lebensjahren lernt das Immunsystem anhand der Darmflora, zwischen gefährlich und ungefährlich zu unterscheiden. Ist die bakterielle Vielfalt eingeschränkt, kann sich kein gut funktionierendes Immunsystem bilden.

Folgen einer gestörten Darmflora

Durch ein Ungleichgewicht der Bakterienarten kann es bei Mensch und Tier zu Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Bauchschmerzen kommen. Ist der Darm fehlbesiedelt, führt das häufig zu einem geschwächten Immunsystem und einer erhöhten Infektanfälligkeit. Aber auch ein überreagierendes Immunsystem und daraus entstehende allergische Reaktionen können die Folge sein.

Die Ursachen für eine Störung sind vielfältig: Eine falsche Ernährung ist genauso möglich wie die Einnahme von Antibiotika. Auch Ernährungsumstellungen bei Tieren vom Welpen- zum Senior-Futter und Stress können sich negativ auf das Verdauungssystem auswirken.