Beratungshotline
02772-981130
Mo-Fr 10:00 – 12:00 Uhr
 
Bestellhotline
02772-981106
Mo-Fr 7:30 – 15:30 Uhr

Mundhygiene und Zahnerkrankungen

Um Karies und Zahnstein vorzubeugen, ist auch beim Hund eine gute Zahnhygiene wichtig. Zahnstein kann Entzündungen des Zahnfleischs und letztendlich auch eine Parodontose hervorrufen. Um den Zahnstein zu entfernen, muss der Hund in Narkose gelegt werden. Am besten ist es deshalb, dem Hund täglich die Zähne zu putzen und ihn schon als Welpe daran zu gewöhnen.

Der Handel bietet verschiedene Zahnputzprodukte für den Hund an:

  • Zahnputzfingerlinge
  • Zahnbürsten mit Bürstköpfen in verschiedenen Größen an beiden Enden 
  • Zahnbürsten mit einem Doppelkopf, der von zwei Seiten bürstet.

Passend dazu gibt es Zahnpasta, die nach Geflügel- oder Fleischextrakt schmeckt.

Wir haben die verschiedenen Zahnbürstentypen getestet und kommen zu folgendem Schluss:

  • Zahnputzfingerlinge sind ungeeignet. Man muss sehr weit mit der Hand ins Maul des Hundes, um auch die hinteren Zähne zu erreichen und das ist für Hund und Herrchen unangenehm. Ein Ausnahme sind Hunde, die auf der Zahnbürste herumbeißen wie auf einem Stöckchen. Für sie können die Fingerlinge eine gute Alternative sein.
  • Die Zahnbürste im Maul nehmen Hunde generell besser an als die ganze Hand mit Bürstfingerling. Zahnbürsten mit Bürstköpfen an beiden Enden sind praktisch, da sich die Größe der Bürste der Größe des Hundes anpassen lässt. Allerdings müssen die Zähne von beiden Seiten geputzt werden und der Hund muss länger ruhig halten.
  • Doppelkopf-Zahnbürsten mit zwei schräggestellten Bürsten an einem Ende der Zahnbürste sind nach unserer Erfahrung am besten geeinget. Der schmale Stil der Zahnbürste stört den Hund kaum und mit den schräggestellten Bürsten lassen sich beide Seiten der Zahnreihe gleichzeitig putzen. Dadurch hat der Hund die Prozedur schneller überstanden. Gerade wenn der Hund das Bürsten nicht gewöhnt ist, ist das ein wichtiger Punkt.

Bei der Zahnpasta lohnt es sich, verschiedene Produkte nach dem richtigen Geschmack durchzutesten. Ist der Geschmack angenehm, hat der Hund mehr Interesse am Zähne putzen. Schmeckt die Zahnpasta allerdings zu gut, ist der Hund ständig am Schlecken und das Zähne putzen wird deutlich schwieriger.

Erkrankungen der Zähne

Zahnstein (Odontolithiasis)

So sieht es aus:
Zuerst bilden sich weiche Zahnbeläge aus Speichel, Bakterien, Futterresten, abgeschilferten Zellen der Maulschleimhaut und Mineralien. Mit der Zeit härtet der Zahnbelag zu Zahnstein aus. Vor allem die Außenseiten der Eckzähne, der Reißzähne und der Backenzähne des Oberkiefers sind davon betroffen. Der Zahnstein lagert sich nicht nur oberhalb des Zahnfleischs am Zahn an, sondern auch in den Zahntaschen. Er hat eine raue Oberfläche und eine grau-grünlich bis bräunliche Färbung. Mitunter ist er sehr hart und nur schwer zu entfernen. Zahnstein selbst ist geruchlos. Den starken Maulgeruch betroffener Tiere verursachen Entzündungsprozesse an Zahnfleisch und Maulhöhle.

Das kann der Grund sein:
Viele Hunde und Katzen neigen ab einem gewissen Alter zur Zahnsteinbildung. Zu wenig Speichelfluß, Zahnfehlstellungen oder eine nicht artgerechte Fütterung können die Entstehung von Zahnstein noch fördern. Kleine Hunderassen haben häufiger Zahnstein als große.

Um den Zahnstein zu entfernen, legt der Tierarzt den Hund in Narkose. Dann kratzt er den Zahnstein ab und poliert anschließend die Zähne:

Zahnkaries

So sieht es aus:
Zahnkaries führt zu einem Loch im Zahn, das sich mit der Zeit dunkel verfärbt. Erst in fortgeschrittenen Fällen haben die Tiere Schmerzen, die durch zögerliches Fressen auffallen. Hunde und Katzen haben aber relativ selten Karies.
Das kann der Grund sein:
Eine kohlenhydratreiche Fütterung - besonders Zucker - und bestimmte Bakterien und Hefen begünstigen Karies.

Schmelzschäden (Schmelzhypoplasien)

So sieht es aus:
Zähne mit Schmelzschäden sind oft bräunlich verfärbt und haben eine rauhe und matte Oberfläche. Die Schäden können entweder als Punkte oder auf größeren Flächen auftreten.
Das kann der Grund sein:
Schmelzschäden entstehen meistens, weil die Zähne zu stark beansprucht werden. Beißt der Hund zum Beispiel auf zu harten Gegenständen herum, nutzt sich der Schmelz ab. Manchmal entstehen die Schmelzschäden aber auch schon während der Zahnentwicklung, wenn die Mineralisation gestört ist. Das kann zum Beispiel bei einer Infektion wie der Staupe, einer Fehlfunktion der Hypophyse oder einer Schilddrüsenerkrankung während der Schmelzbildung der Fall sein.

Zahnfistel

So sieht es aus:
Zahnfisteln sind röhrenförmige Hohlräume, die sich meistens an den langen Wurzeln des großen Reisszahnes im Oberkiefer bilden. Oft hat die Fistel eine Öffnung  im Zahnfleisch über dem betroffenen Zahn. Der Bereich unter dem Auge kann geschwollen sein und weh tun.
Das kann der Grund sein:
Eine eitrige Entzündung im Knochen rund um den Zahn kann eine Zahnfistel verursachen.

Zahnfrakturen

So sieht es aus:
Ein oder mehrere Zähne sind abgebrochen - schräg, quer oder gesplittert. Das Innere des Zahnes kann freiliegen. Es schimmert dann rötlich in der Mitte des gebrochenen Zahnes. Meistens sind die Eck-, Schneide- oder Reißzähne im Oberkiefer betroffen.
Das kann der Grund sein:
Der Zahn kann brechen, wenn Hunde und Katzen zu stark auf harte Gegenstände beißen. Auch wenn sie Steine fangen oder stürzen, können Zähne brechen. Besonders Katzen brechen sich häufig die oberen Eckzähne, wenn sie aus größerer Höhe fallen.

Bleibende Milchzähne

So sieht es aus:
Ein oder mehrere Milchzähne fallen nicht aus, wenn die bleibenden Zähne durchbrechen. Häufig betrifft das die Eckzähne, ein Hund kann dann bis zu acht Eckzähne gleichzeitig haben. Besonders kleine und mittlere Rassen wie Yorkshire Terrier, Rehpinscher und Pudel sind davon betroffen.
Das kann der Grund sein:
Die Position des Milchzahns oder des bleibenden Zahns ist verschoben. Der bleibende Zahn durchbricht dann das Zahnfleisch nicht unter dem Milchzahn, sondern daneben. In selteneren Fällen ist der bleibende Zahn überhaupt nicht angelegt. Der Milchzahn kann sich dann nicht lockern und bleibt bestehen.

Das kann noch schiefgehen im Maul:

Krank im Maul