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21. Dezember

Reh(si) in Not

 

Endlich ist sie da: Keine 100 Meter entfernt kann „Rehsi“ die Lichter in den Fenstern brennen sehen. Was für ein Glück, hier werden sie ihr bestimmt helfen.

Neun Monate ist es jetzt her, seit sie zuletzt bei der Wildtierhilfe Schelderwald gewesen ist. Seit dem Tag der Auswilderung haben ihre Hufe den Weg hinunter ins Tal nicht mehr eingeschlagen. Doch „Rehsi“ erinnert sich noch an alles, als wäre es erst gestern gewesen: Wie sie mit „Flecki“ im Spätherbst über die Wiesen geflitzt ist, sie genüsslich Kräuter und Beeren verputzt haben und Colliehündin „Ziva“ immer gut auf sie aufgepasst hat. „Ziva“ ist immer für sie da gewesen! Genau wie die Menschen, Angelika und Werner. „Rehsi“ sehnt sich nach den beruhigenden Worten zurück, die damals gemeinsam mit der Milch aus der Flasche ein warmes Gefühl in ihrem Bauch hinterlassen haben.

Das ist auch der Grund, warum „Rehsi“ zur Wildtierhilfe zurückkehrt: Sie braucht wieder Hilfe, genau wie damals als kleines Rehkitz. Sie hat sich wohl zu viel zugemutet. Sie fühlt sich krank und ausgehungert. Und das schon seit Wochen…

Drei Monate später

Ein letztes Mal blickt „Rehsi“ zurück – und fühlt tiefe Dankbarkeit für die Menschen dort unten. Die letzten drei Monate ist sie stets in der Nähe der Wildtierhilfe und ihren Zieheltern geblieben. Zu schwach, um wieder auf sich allein gestellt durch die Wälder zu ziehen. Und so hat sie das leckere Müsli genossen, das jeden Tag frisch für sie bereit stand. Nach und nach hat sie gefühlt, wie sie wieder kräftiger wurde und ihr schönes Fell zu glänzen begann.

Jetzt ist es allerdings an der Zeit für sie, wieder auf eigenen Hufen zu stehen. Im Moment des Abschieds schwört „Rehsi“ sich, zukünftig wieder häufiger hier vorbei zu schauen – und wenn es nur auf einen kurzen, fernen Gruß auf den Wiesen in der Nähe ist.

Ob bewusst oder zufällig: „Rehsi“ hat Ziehvater Werner ein besonders schönes Geschenk gemacht, indem sie einen Moment ihre Scheu abgelegt und ganz still gehalten hat:

alle Bilder: © Werner Schmäing